Mitläufer
Dass der Mensch seiner Natur nach ein gemeinschaftliches Wesen ("zoon politikon") ist, ist sein unbestrittenes Faktum.
Im Einzelfall gilt diese Tatsache bei den einen mehr, den anderen weniger.
Die Spannweite geht von Menschen, die am liebsten allein sind bis hin zu Menschen, die ständig andere Menschen um sich herum haben müssen.
Allen gemein ist aber die angeborene Eigenschaft, sich an anderen Menschen zu orientieren.
Menschen passen ihr Denken, Reden und Handeln an das an, was sie bei anderen Menschen, insbesondere solchen, die sie als Vorbilder bzw. Autoritäten akzeptieren, wahrnehmen.
Wie anders ist das Phänomen der Mode zu erklären?
Warum passen die meisten Menschen ihr Äußeres an das an, was gerade "angesagt" ist - von der Bekleidung bis zum Haarschnitt und bestimmten Selbstverstümmelungsverfahren?
Die Anpassung betrifft aber nicht nur Äußerlichkeiten, sondern auch Inneres:
Wer keine eigene Ethik hat, übernimmt die durch die allgemeine Moral vorgegebenen Werte und Normen.
Die Einordnung, was gut und was schlecht, was erstrebenswert und was verabscheuungswürdig ist, wird von der Masse der Menschen von äußeren Vorbildern übernommen.
Daraus folgt, dass auch das Reden und Handeln der Individuen meist dem von ihrer Umgebung vorgegebenen Muster folgt.
Der Lernprozess junger Menschen wird geprägt durch Nachahmung, nicht durch Reflexion von gehörten oder gelesenen Ge- und Verboten.
Bei Erwachsenen ist es erstaunlicherweise noch ähnlich - sie machen nach, was sie in ihrer Umgebung wahrnehmen.
Früher war diese Umgebung der Stamm oder die Dorfgemeinschaft.
Heute ist der einflussreichste Teil dieser Umgebung die Massenmedien.
Diese Medien haben nicht die Aufgabe, die Menschen neutral zu informieren, sondern sie zu steuern - sie dienen der Propaganda.
Diese Propaganda ist so erfolgreich, dass sie die meisten Menschen dazu bringt, gleichartig zu denken, zu reden und zu handeln.
Die meisten Menschen sind sich dieser Steuerung nicht bewusst und dementieren gegebenenfalls heftig deren Einfluss auf sie selbst.
Der Boden für die Effektivität der lebenslangen Propaganda wird bereitet durch das allgemeinbildende staatliche Schulsystem.
Seine wesentliche Aufgabe ist nicht etwa die Vermittlung von vermeintlichem "Wissen", sondern die Disziplinierung der jungen Menschen, ihre Gewöhnung an ihnen vorgesetzte "Autoritäten" und die Unterdrückung individueller Begabungen und Verhaltensmuster.
So werden sie zu nützlichen Bürgen geformt.
Darauf setzt im schlimmsten Fall - insbesondere für diejenigen, die durch stures, unreflektiertes Auswendiglernen und Wohlverhalten gegenüber den Lehrern ein besonders gutes Abschlusszeugnis erhalten haben - ein Aufenthalt an einer staatlichen Hochschule auf.
An diesen Akademien wird durch noch höhergestellte, vermeintliche "Autoritäten" den jungen Menschen noch mehr vermeintliches Faktenwissen vermittelt.
Auch hier sind die wichtigsten Ausbildungsziele nur den allerwenigsten Lehrenden und Lernenden klar:
In die Köpfe der angehenden Akademiker wird ein elitäres Selbstbewusstsein gepflanzt, das sie sich den Menschen mit Bodenhaftung, also handwerklich Tätigen, überlegen fühlen lässt.
Akademiker glauben in der Regel, alles Wichtige auf ihrem Fachgebiet zu kennen - vollständig und richtig.
Das ist aber reiner Aberglaube.
Glaube an die Reinheit der Wissenschaft und der Wissenschaftler.
Kompletter Humbug. Ein gigantisches Lügengebäude.
Dieser Scientismus ist inzwischen zur wichtigsten Weltreligion gemacht worden.
Der Inhalt eines Satzes, der mit "Wissenschaftler haben herausgefunden, dasss ..." anfängt, wird nicht angezweifelt.
Da zumindest im westlichen Kulturkreis inzwischen wohl alle Hochschulen in der Hand von Kulturmarxisten sind, sind alle Hochschulangehörigen einer permanenten, subtilen Indoktrination bezüglich der Werkzeuge der Kulturmarxisten ausgesetzt, wie Genderismus, Diversität, Extremfeminismus, Klimahysterie, Überbevölkerungspanik, Selbstverachtung und Extremtoleranz.
Die Wirkungen dieser verborgenen Agenda sind bei den Akademikern Arroganz, Naivität, Weltfremdheit, fester Glaube an den Scientismus und unbewusster Ehrgeiz, bei der Umsetzung der Ziele der Kulturmarxisten mitzuwirken.
Es ist völlig üblich, dass Menschen das tun, was ihre Umgebung auch gerade tut!
Da die Eigenschaften und Handlungsweisen der Mehrheit üblicherweise als "normal" und meist auch als "gesund" definiert werden, ist es normal und gesund, dass Menschen Mitläufer sind, die sich an ihre Umgebung anpassen.
Mitläufertum ist nichts Ungewöhnliches, das es nur in der finsteren zwölfjährigen Geschichte der Deutschen gegeben hat.
Alle Menschen zu allen Zeiten waren und sind zum weit überwiegenden Teil Mitläufer.
Dieses Verhalten ist durchaus zweckmäßig, da gehorsame Menschen in allen Bereichen der Gesellschaft den ungehorsamen, widerspenstigen vorgezogen werden.
Das git für jede Struktur - vom Sportverein über Wirtschaftsunternehmen, Ausbildungsorganisationen und ganz besonders für die Politik.
Daraus folgt, dass Mitläufer bevorzugt eingestellt und gefördert werden.
Andersherum werden Menschen mit Sichtweisen, Äußerungen und Handlungen, die ihren voraussichtlichen Wert für die Organsisation mindern, nicht eingestellt oder notfalls gewalttätig entfernt werden.
"Karriere" machen also nicht die Besten, sondern die Nützlichsten.
Und das sind eben die Mitläufer.
Mitläufer können nicht sowohl aufrichtig als auch besonders helle sein.
Wer unbewusst mitläuft, kann kein ganz großes Licht sein.
Wer bewusst und gegen seine Überzeugungen mitläuft, ist ein rückgratloses kleines Licht - ein mieser kleiner Speichellecker.
Daraus folgt, dass nicht die besten Menschen an die Spitze kommen, sondern bestenfalls die zweitklassigen.
Die Konsequenzen für die betroffenen Organisationen liegen auf dem Tisch.
Aber halt - das stimmt ja gar nicht.
Wir leben gerade in einer freiheitlichen Demokratie mit lauter aufgeklärten, vernünftigen Menschen.
Mitläufertum gibt es bei uns höchstens bei den ewig Gestrigen.
Niemand tut etwas, was "man" gerade tut, was gerade "angesagt" ist, sondern das, was sein Verstand ihm empfiehlt.
Niemand biedert sich bei den gerade Mächtigen an und tut das, was sie wollen, um dadurch einen Vorteil zu haben - oder einfach aus Bequemlichkeit.
Wir haben also allemal das Recht, mit ausgestrecktem Zeigefinger auf Menschen zu anderen Zeiten oder an anderen Orten (am liebsten unsere eigenen Vorfahren) zu zeigen, weil wir ja so viel besser sind als sie.
Und davon wird gerade in der deutschen Gesellschaft seit über einem halben Jahrhundert reichlich Gebrauch gemacht.
Das natürliche(!) Mitläufertum der Menschen wird vermutlich in keinem Lehrbuch behandelt, an keiner Universität diskutiert.
Soziologen, Politologen, Psychologen und anderen Akademikern wird insgesamt vermittelt, dass normale Menschen in Alltagssituationen in der Mehrheit vernünftig, gegen Propaganda weitgehend immun und somit ein stabiles Fundament für ein freiheitliches System sind.
Und sie glauben es und plappern es nach!
Damit dokumentieren sie selbst ihr geistiges Mitläufertum.
Die schockierenden Ergebnisse des 1963 durchgeführten Milgram-Experiments sind zwar weithin bekannt, werden aber vermutlich nicht auf das allgemeine Mitläufertum, sondern nur auf die Gehorsamkeit gegenüber Autoritäten bezogen.
Die 1951 durchgeführten Asch-Konformitätsexperimente bestätigen allerdings klar das Mitläufertum der breiten Mehrheit der Menschen, wenn auch in einer Umgebung, die einen direkten Konformitätsdruck erzeugt.
Andererseits zeigen sie auch, dass vernünftiges, nonkonformistisches Verhalten einer Minderheit bezüglich des Verhaltens der mitlaufenden Mehrheit eine heilsame Wirkung haben kann.
Was während der angeblichen Covid-Pandemie ab 2020 weltweit passierte, ist der beste Beleg für das hirnlose Mitläufertum der meisten Menschen, insbesondere der Akademiker, da in diesem Fall als vermeintliche Autoritäten weitgehend Akademiker mit Doktor- oder/und Professorentitel dienten.
Aber das Thema wird vorsätzlich nicht aufgearbeitet, der Erkenntnisprozess wird verhindert.
Bei der nächsten Runde werden wieder viele Millionen Menschen durch ihr Mitläufertum sterben oder schwer erkranken.
Faszinierend und erschreckend.
Cui bono? Wer profitiert von diesem völlig wirklichkeitsfremden Menschenbild und fördert es daher?